13. Dezember



Giona – vom Trauern und vom Weiterleben


Als Giona starb, nach einem kurzen Leben voller Stürme und Höhenflüge, hinterliess er eine unfassbare Lücke (vgl. «Giona – Vom Halten und vom Loslassen https://www.allani.ch/post/7-dezember). Milena Stoll hat gelernt, dass nicht nur Abschiednehmen Zeit braucht, sondern auch Trauern. Inzwischen fühlt sich die Trauer wie eine alte Freundin an. Sie steht für Milena für die Liebe zu Giona, die trotz seinem Tod immer ein Teil von ihr bleiben wird.


Von Milena Stoll *


«Am 7. Dezember war es ein Jahr her, dass Giona gestorben ist. Er ging ganz leise an einem Samstag. Ich erinnere mich noch genau an den Tag danach, Giona war noch keine 24 Stunden tot. Ich lag in meinem Bett. Seine Stimme war nicht mehr zu hören. Kein Rauschen vom Sauerstoffgerät, kein Piepsen vom Monitor. Nur Stille. Stille, die mich anzuschreien schien. Wie jeden Morgen, ging ich an sein Bett. Meistens haben wir noch gekuschelt, bevor wir in den Tag gestartet sind. Nun war sein Körper eine leere Hülle und kalt. Kälte und Starre erfassten auch meinen Körper.


Wir werden Gionas Stimme nie mehr hören, nie mehr seinen Geruch riechen und ihn an uns drücken. Am Anfang horchte ich manchmal auf, weil ich dachte, seine Stimme zu hören. Und noch immer halte ich ab und zu inne und spüre sein Fehlen.


Wir konnten seinen Tod lange nicht fassen. Ich glaube, das muss so sein. Denn wenn wir den Tod eines Menschen von Anfang an in seinem ganzen Ausmass erfassen würden, wäre das zu viel für uns. Wir erfassen den Verlust tröpfchenweise.



Wenn wir den Tod eines Menschen von Anfang an in seinem ganzen Ausmass erfassen würden, wäre das zu viel für uns.