Auch im allani Kinderhospiz Bern ziehen die Eltern ins Stöckli

Auf Bauernhöfen ziehen die Eltern in ein kleineres Haus, wenn die Nachkommen den Hof übernehmen. Auch das Stöckli auf dem Grundstück von allani wird wieder Eltern beherbergen.

Das allani-Stöckli von Nordwesten. Gut sichtbar sind die Türen im Erdgeschoss, der Laubengang und die Türe zum Kornspeicher im ersten Stock sowie der Einlass des Dachstocks.
Unser Stöckli an einem goldenen Herbsttag

Es ist der Inbegriff des Generationenaustauschs: Übernehmen die Nachkommen den Bauernhof, ziehen die Eltern in ein kleineres Auszugshaus – in der Schweiz Stöckli genannt.


Deshalb ist es für uns nur logisch, das allani-Stöckli in unser Projekt einzubeziehen. Im zweistöckigen Holzbau entstehen vier Doppel- und zwei Badezimmer für Eltern.


Baujahr 1832?

Das ist gar nicht mal so einfach, denn das Stöckli ist – wie der Rest des allani-Grundstücks – denkmalgeschützt. 1834 wird erstmals ein rund fünf Meter breites Häuschen auf der Nordseite des Hofs erwähnt – aller Wahrscheinlichkeit nach das damals noch einstöckige Stöckli. Sein Baujahr wird auf 1832 geschätzt.

Das allani-Stöckli von Südwesten. Zu sehen sind der Abgang in den Keller, die Fenster des Erdgeschosses und ersten Stocks sowie der Laubengang.
Strassenseitig ist das allani-Stöckli unterkellert

Die nächste Spur findet sich erst 1909. Im Register der Brandschutzversicherung wird der Wert des Gebäudes von 1800 auf 13 000 Franken erhöht, weil es um eine zweite Etage ergänzt wurde. Mindestens seit diesem Jahr ist das Stöckli unverändert – seit 113 Jahren also.


Der Architekturhistoriker Siegfried Möri beschreibt das Stöckli wie folgt:

Das schmucke kleine Gebäude gehört zu den wichtigsten Elementen des inneren Ortsbildes von Riedbach. Dank seiner Stellung nahe der Strassenkreuzung fungiert es mit dem Haus schräg gegenüber als Torsituation zum Kernbereich des Weilers.

Im Erdgeschoss befinden sich ein Zimmer, die Stube und die kleine Küche. Die erste Etage umfasst ein zweites Zimmer und einen Getreidespeicher.

Das Bild zeigt den Kachelofen, die Balken der Decke, den Täfer an den Wänden, den abgewetzten Holzboden und eine umgebaute Öllampe.
Der Kachelofen in der Stube des Stöckli

Diese einraumbreit genannte Gestaltung gibt dem allani-Stöckli Seltenheitswert und dem Architekturteam den Grundriss für den Umbau vor.


Kaum wiederzuerkennen

Die vier ungefähr quadratischen Doppelzimmer haben einen ähnlichen Grundriss wie die bestehenden Zimmer respektive der Kornspeicher. Die beiden Nasszellen liegen dazwischen – in dem Bereich, wo sich im Erdgeschoss die Küche befunden hat.


Dort gibt es auch künftig kleine Teeküchen. Dies erspart müden Eltern den Gang ins Haupthaus, wenn sie vor dem Insbettgehen noch etwas Warmes trinken möchten.

Die Pläne zeigen die im Text beschriebenen Umbauten. Zudem sind pro Doppelzimmer ein Bett, ein Schrank und ein Tischchen mit zwei Sesseln eingezeichnet.
Die Pläne für den Umbau des Stöckli. Änderungen sind rot, Bestehendes ist grau eingezeichnet.

Ebenfalls der Entspannung dient die allani-Bar im Gewölbekeller. Wo heute Laub und Staub herumliegen, befindet sich künftig ein Aufenthaltsraum mit heimeliger Atmosphäre für alle, denen der Trubel im Haupthaus gerade etwas zu viel ist.


Selbstverständlich wird das Stöckli nach allen Regeln der Kunst restauriert. Die Holzfassade kommt deutlich heller daher. Die Wände und das Dach werden isoliert und das Gebäude wird an die Erdsondenheizung, Wasserleitung und an die Kanalisation des Haupthauses angeschlossen.

Eine Fotomontage des restaurierten Stöckli. Alle Holzteile sind deutlich heller als heute. Die Wände sind weiss verputzt. Rund um das Gebäude liegt Kopfsteinpflaster.
Weil das Holz restauriert wird, kommt das Stöckli deutlich heller daher

Aktuell ist allani auf der Suche nach Stiftungen, Unternehmen oder Privatpersonen, welche die Umbaukosten finanzieren. Wegen des Alters des Stöckli und den Auflagen des Denkmalschutzes liegen diese bei rund einer Million Franken. Deshalb sind wir dankbar für jede Spende.

Mehr Details gibt es im Video über den Umbau:


Das in neuem Glanz erstrahlende Stöckli ist ein wichtiges Puzzlestück des ersten Schweizer Kinderhospizes. Die vier Doppelzimmer bieten Eltern Privatsphäre und die manchmal nötige Distanz zum anstrengenden Alltag mit einem kranken Kind. Die Elternzimmer sind für Eltern vorgesehen, deren Kind in einem der fünf kleineren Kinderzimmer übernachtet.

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