Nach fünfzig Jahren zurück im allani-Haus

Durch Zufall hat ein alter Bauernschrank zurück in unser Haus gefunden


Das allani-Haus hat eine lange Geschichte. Bereits auf dem ersten Plan der Siedlung Riedbach von 1688 ist der Hof eingezeichnet.

Ausschnitt aus dem Plan von Willomet von 1688, der sich heute im Staatsarchiv Bern befindet

Rund sechzig Jahre später findet sich die nächste Spur: Auf dem Zehntenplan von 1745 ist das Haus als Besitz eines Hans Baumanns vermerkt. Das damalige Bauernhaus war zumindest teilweise mit Stroh bedeckt und brannte am 11. Januar 1835 komplett nieder. Das heutige allani-Haus entspricht dem Neubau, den die Brandschutzversicherung im Oktober 1835 erstmals einschätzte.


Zeugen der Zeit kommen und gehen

Seither ist viel Zeit vergangen, und das ehemalige Bauernhaus wurde auf zwei Stockwerken teilausgebaut. Trotzdem finden sich an zahlreichen Stellen auf dem Grundstück Zeugen der Zeit. Einige davon kamen zum Vorschein, als wir im Sommer 2021 das Stöckli räumten.

Mit dem anstehenden Umbau werden unweigerlich weitere Gegenstände mit langer Geschichte in der Mulde landen. Umso erfreulicher ist es, dass im März ein Möbelstück nach fünfzig Jahren den Weg zurück ins allani-Haus fand.


Es handelt sich um einen alten Bauernschrank, der die letzten fünf Jahrzehnte einer anonymen Spenderin gehörte. Er ist mit wunderschönen Malereien von Blumen und Vögel verziert. "Arbeit, Müh und Sorgen ist mein Frühstück alle Morgen" lautet die etwas pessimistische Inschrift, die den Schrank zudem ins Jahr 1780 datiert. Stimmt diese Jahreszahl, ist der Schrank älter als das nach dem Brand von 1835 wieder aufgebaute Bauernhaus.

Seither sind die Farben ein wenig verblasst und das Holz ist auf der Aussenseite dunkler geworden. Dank des guten Handwerks tut der Schrank seinen Zweck aber immer noch.


Die Inschrift ist übrigens ein Zitat aus August Pfeiffers Antimelancholicus, oder Melancholey-Vertreiber – ein Handbuch für angehende Prediger und "Mittel gegen die Versuchung für alle rechtschaffenen Christen" aus dem Jahr 1694. Pfeiffer verweist auf Psalm 73, eine Wehklage eines gläubigen Menschen über das eigene Unglück im Vergleich mit anderen. Trotz "Sorge zum Zmorge" nicht die Hoffnung zu verlieren ist alleweil ein guter Vorsatz für unser Kinderhospiz.


Hast du eine Idee?

Der Schrank steht nun im Entrée des allani-Hauses, wo sich künftig der Willkommensbereich und der Zugang zum Bettenlift befinden.

Wir möchten den Schrank auch nach dem Umbau im frei zugänglichen Bereich des Kinderhospizes platzieren, statt ihn im Bürobereich als Ablage für Ordner und dergleichen zu verwenden. Hast du eine Idee, was wir mit dem Schrank anstellen könnten? Schreib es uns in den Kommentaren.


Unterstütze den Umbau des allani-Hauses

Bevor wir das allani-Haus definitiv möblieren, steht der Umbau an. Wir sind auf gutem Weg, die dafür nötigen Beträge aufzutreiben, trotzdem sind wir froh um jede Spende – zum Beispiel in den folgenden Bereichen.

Vielen Dank an alle, die uns unterstützen!

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