So wird das allani-Haus zum Kinderhospiz

Der nächste grosse Schritt auf dem Weg zum ersten Kinderhospiz der Schweiz steht an: der Umbau unseres Bauernhofs im Westen von Bern. Die Arbeiten beginnen voraussichtlich im Spätsommer 2022 und dauern ein gutes Jahr.

Vor dem allani_Haus sind ein Baukran und eine Baumaschine eingezeichnet

Rund ein Jahr ist vergangen, seit wir verkünden durften, dass wir den Kaufvertrag für das allani-Haus unterschrieben hatten. Seither haben wir zusammen mit dem Nissille Architekturbüro und weiteren Beteiligten den Umbau geplant und ein entsprechendes Baugesuch eingereicht. Das Bauinspektorat der Stadt Bern hat dieses gestern veröffentlicht.


Gerne nehmen wir euch mit auf einen Rundgang durch das allani Kinderhospiz Bern.


Im Erdgeschoss: ankommen, kochen, leben

Der Haupteingang des allani-Hauses kommt unter der Tenndurchfahrt zu liegen. Statt der heute nur von innen zu öffnenden Doppelschiebetür wird der Eingangsbereich über eine automatische Schiebetüre und einen Windfang verfügen.

Das Bild zeigt die offene Doppelschiebetür unterhalb der Tenndurchfahrt
Der künftige Haupteingang des allani Kinderhospizes Bern

Dahinter befindet sich die Rezeption des Kinderhospizes. Diese besteht einerseits aus einer Theke mit Computerarbeitsplatz, andererseits aus Sitzgelegenheiten. So können es sich die eintretende Familie und die Mitarbeitenden bequem machen, um das Eintrittsgespräch durchzuführen.


Je nach Tageszeit finden gleichzeitig Anlieferungen statt. Vor der heutigen Doppelgarage entsteht ein Umschlagplatz mit Warenlift ins neue Kellergeschoss. Die Garagen an sich weichen den Lager- und Entsorgungsbereichen – unter anderem für die angelieferten Catering-Mahlzeiten, die gekühlt und sauber aufbewahrt werden müssen. Von dort werden die Nahrungsmittel in die Grossküche gerollt. Diese befindet sich auf der Nordseite des Gebäudes und ist vom Empfangsbereich mit einer Schiebetür getrennt.


Raumplan
Das Erdgeschoss

Serviert und gegessen werden die Mahlzeiten im grossen Ess- und Wohnbereich. Die bestehende Küche wird angepasst und bleibt als Begegnungsort erhalten. Eltern und Mitarbeitende können dort kleinere Mahlzeiten herbeizaubern und mit Kindern kochen und backen.


Den grossen Ansturm am Mittag bewältigen wir indes mit einem Buffet, wo die Catering-Esswaren warm- oder kaltgehalten werden können. Sind alle Betten des Kinderhospizes belegt, werden sich bis zu 40 Personen im allani-Haus verpflegen. Ausserhalb der Essenszeiten dienen die hellen Wohn- und Essräume als Treffpunkt und Aufenthaltsbereich. Lange und runde Tische sowie bequeme Sitzgelegenheiten sorgen für eine heimelige Atmosphäre.


Der 1. Stock: Kinder-, Familien- und Stationszimmer

Das erste Obergeschoss wird zum Kernstück des Kinderhospizes. Hier befinden sich die acht Betten, verteilt auf fünf Kinder- und drei Familienzimmer.


Raumplan
Das 1. Obergeschoss

Die drei grossen Zimmer im bereits ausgebauten Teil des allani-Hauses beherbergen künftig kranke Kinder, deren Eltern im selben Zimmer übernachten. Jedes dieses Zimmer enthält ein Pflege- und ein Doppelbett sowie Sitzgelegenheiten und einen Schrank. Auch Geschwister können dank mobilen Klappbetten im Kinderhospiz übernachten.


Die östliche Hälfte der Etage umfasst zudem die zwei bestehenden Badezimmer. Diese sind nach dem Umbau dank diverser Anpassungen so barrierefrei wie möglich. Die beiden Badewannen bleiben bestehen.


Der aktuell offene Bereich auf der Südseite der Treppe wird zum Stationszimmer. Hier finden die zwei bis drei Pflegenden pro Schicht Material und Arbeitsmittel. Das Zimmer ist offen gestaltet, kann aber für kurze Besprechungen im Team oder mit Eltern geschlossen werden.


Apropos Treppe: Die geschwungene Metalltreppe muss dem Bettenlift weichen. Stattdessen führt eine gerade Holztreppe im Bereich der Rezeption in den ersten Stock.


Der Bettenlift ist nötig, um stufenfrei von den drei Familien- zu den restlichen Kinderzimmern zu gelangen, denn letztere befinden sich auf dem heutigen Tenn – rund 150 Zentimeter höher als der bestehende Wohnbereich. Auf dem Scheunenboden werden fünf Kinderzimmer und ein auf die Hygiene kranker Kinder ausgerichtetes Bad eingebaut.

Auf dem Tenn des allani-Hauses sind die fünf Kinderzimmer mit Möbeln eingezeichnet
Die Kinderzimmer auf dem Tenn

Das Hospiz verfügt über genügend mobile Betten, sodass Eltern bei Bedarf auch in diesen kleineren Zimmern bei ihrem Kind übernachten können.


Der neue 2. Stock und was sonst noch dazugehört

Der neue zweite Stock des Haupthauses umfasst Aufenthaltsräume, Garderoben und Büroarbeitsplätze für unsere Mitarbeitenden sowie einen Multifunktionsraum. Darin finden Therapien und Spielnachmittage, aber auch Abendanlässe und Yoga-Lektionen statt.


Damit diese Räume die nötige Privatsphäre bieten, wird das gläserne Dach des heutigen 1. Stocks um eine Etage angehoben. Beim Liegen auf dem Sofa im Personalraum oder beim Zurücklehnen im Bürostuhl können die allani-Mitarbeitenden also künftig den Blick ins Dachgewölbe schweifen lassen.

Der Tennboden mit Holzbalken und Ziegeldach
Das Dach des allani-Hauses ist heute nicht isoliert

Die Isolation des heute lediglich geziegelten Dachs ist ein wichtiger Bestandteil des Umbaus. Ausserdem ergänzen wir es um eine sogenannte Indachanlage – direkt ins Dach integrierte Solarzellen. Die so gewonnene Energie reicht aus, um den Strombedarf für die Erdsondenheizung, die Warmwasseraufbereitung, den Haushalt und Elektrofahrzeuge zu decken. Dank eines Stromspeichers können wir überschüssige Sonnenenergie lokal zwischenspeichern.


Und was ist mit dem Stöckli?

Über den Umbau des Auszugshauses haben wir im Frühling bereits berichtet. Hier kannst du nachlesen, was wir mit dem kleinen Gebäude von 1832 vorhaben.

 

Unterstütze unseren Umbau

Der Umbau des allani-Hauses, die Restaurierung des Stöcklis und die nötigen Umgebungsarbeiten kosten rund 5,9 Millionen Franken. Deshalb sind wir dankbar für jede Spende – zum Beispiel in den folgenden Bereichen:



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