Wenn Tiere Trost spenden

Begegnungen mit Tieren in Form einer tiergestützten Intervention (TGI) bringen Nähe, Freude und Entlastung.

29.05.2026 allani
Wenn Tiere Trost spenden
Pädiatrische Palliative Care

Ein besonderer Nachmittag im allani Kinderhospiz: Auf Wunsch eines Jungen sind die Meerschweinchen wieder zu Gast. Gemeinsam mit einem Hasen reisen sie in ihren Kisten an, begleitet von Sibylla, die mit ihren Tieren regelmässig den Familien im allani eine Freude bereitet. Solche Begegnungen sind für die Kinder, ihre Geschwister und die Eltern Highlights, die den Alltag aufhellen und bereichern. Sibylla arbeitet als Pflegeangestellte bei allani und weiss dank ihrer Ausbildungen im Bereich der Pädiatrischen Palliative Care und der tiergestützten Intervention (TGI), was es braucht, damit diese Begegnungen für Menschen und Tiere eine Bereicherung sind.

Tiergestützte Therapie im allani

Ein sicheres und liebevolles Setting

Bevor die Tiere die Kinder begrüssen, bereitet Sibylla den Einsatzbereich vor dem Haus sorgfältig vor. Auf dem Tisch liegt eine grüne Decke, die ausschliesslich für TGI-Einsätze genutzt wird. Für die Tiere ist sie ein vertrautes Signal: «Jetzt beginnt unsere Arbeit.» Rundherum stellt Sibylla Plexiglas-Rahmen auf: Die Plexigläser lassen sich einfach aus den Holzrahmen schieben, so können die Kinder auf Augenhöhe mit den Tieren Kontakt aufnehmen, sie einfacher füttern und greifen nicht von oben ins vorübergehende Gehege der Tiere. Im Gehege gibt es Verstecke, Rückzugsmöglichkeiten und natürlich kleine Gemüseleckereien, die es nicht jeden Tag gibt, damit die Tiere die Einsätze mit etwas Positivem verbinden. Alle Tiere haben ihre eigene Transportbox, die als sicheren Ort dient, sollten sie Anzeichen von Stress oder Unwohlsein zeigen. Dieses Setup stellt sicher, dass die Tiere nicht überfordert werden und ihr Wohl genauso respektiert wird wie das der Kinder.

Kleine Begegnungen mit grosser Wirkung

Die Kinder, ihre Eltern und Geschwister sind eingeladen, die Tiere zu beobachten. Besonders beliebt ist das «Suchspiel»: Auf Karten sind die Tiere mit Namen abgebildet und die Kinder suchen sie im Gehege. Die anwesenden Eltern, Pflegenden und Kinder suchen sich aus einer grossen Box ein Gemüse aus und bieten es den neugierigen und teils vorwitzigen Meerschweinchen an. Ein Meerschweinchen auf dem Arm, oder ein Hase, der vorsichtig ein Stück Karotte entgegennimmt sind Momente, die Geborgenheit schenken und die Erinnerung an schöne gemeinsame Augenblicke stärken. Ein Junge fängt an zu strahlen, als er Hase Teddy im Arm trägt und lockt auch das schüchternste Meerschweinchen Una mit einem Salatblatt aus seinem Versteck.

Fundiert und wissenschaftlich belegt

Tiergestützte Intervention ist kein spontanes Kuscheln mit Tieren, sondern eine fachlich fundierte, strukturierte Methode. Sie bezeichnet den gezielten Einsatz von Tieren in Pflege, Pädagogik und Sozialer Arbeit mit dem Ziel, die psychische, kognitive und soziale Situation von Menschen zu verbessern. Die positiven Effekte sind wissenschaftlich belegt:

  • Sozial: Förderung von Vertrauen, Kommunikation und sozialer Interaktion.
  • Psychologisch: Reduktion von Angst, Schmerzen und depressiven Verstimmungen; Steigerung von Motivation und Aufmerksamkeit.
  • Neurobiologisch: Senkung von Herzfrequenz, Blutdruck und Stresshormon Cortisol; Steigerung des Oxytocin-Spiegels, was Entspannung und Wohlbefinden fördert.

Damit eine TGI sicher ist, braucht es geschulte Fachpersonen, klare Strukturen und Tiere, die gezielt für diese Arbeit ausgewählt, trainiert und betreut werden. Genau das bringt Sibylla mit: Sie ist diplomierte Kinderkrankenpflegerin mit Zusatzausbildung in Palliative Care und verfügt über ein CAS in tiergestützter Intervention. Mit Tieren ist sie aufgewachsen, sie kennt ihre Signale und reagiert feinfühlig auf ihre Bedürfnisse. Sie arbeitet ausschliesslich mit ihren eigenen Tieren, deren Charakter sie genau einschätzen kann und deren Stresssignale sie bestens kennt.

Ein Therapieangebot als Herzensangelegenheit

Bereits 2021 brachte Sibylla ihre Tiere zu den Lichtblickwochenenden im allani. Ihre Erfahrung in der Pädiatrischen Palliative Care, verbunden mit der Liebe zu den Tieren, macht ihre Einsätze einzigartig. «Schon früh habe ich die positiven Wirkungen, welche Tiere auf uns Menschen ausüben, beobachten und selbst spüren können», sagt sie. Es sind die leuchtenden Augen der Kinder, die zeigen, wie wertvoll diese Begegnungen sind. Für sie, für ihre Familien und auch für die Tiere, die respektvoll und liebevoll eingebunden werden.

Tiergestützte Therapie im Kinderhospiz

Danke, dass Sie diese Begegnungen möglich machen

Es ist ein grosses Glück, mit Sibylla eine ausgebildete und engagierte Mitarbeiterin im Team zu haben, die ihre Erfahrung und ihre Tiere in den Dienst der Familien stellt. Doch ein solches Programm ist mit viel Aufwand verbunden: von der sorgfältigen Vorbereitung über die Haltung und Pflege der Tiere bis hin zur professionellen Begleitung der Kinder. Die wertvollen Begegnungen zwischen Kindern und Tieren im Rahmen der tiergestützten Intervention werden von den Sozialversicherungen nicht übernommen – das Angebot ist nur dank Spendengeldern möglich. Mit Ihrer Spende kann Sibylla ihre Tiere und ihr Wissen weiterhin für allani einsetzen und damit vielen Familien unvergessliche Momente schenken.

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